Hatha-Yoga

Allgemeines:

Hatha-Yoga ist eine traditionsreiche östliche Methode, die durch das Erlernen von  Körperhaltungen (Sanskrit = ASANAS) auf den Körper und die Psyche positiv einwirkt.

 

Es werden genau beschriebene Haltungen auf eine bestimmte, kontrollierte Art eingenommen, für einen Zeitraum von mehreren Atemzügen gehalten und schließlich aufgelöst. In der darauffolgenden Übungspause (Ruhephase)  erfolgt  eine Vielzahl körperlicher Gegenregulationen zur vorher eingenommenen Haltung, eine Neustrukturierung der Muskelspannung und des Atemmusters sowie das Erleben  von damit in Zusammenhang stehenden Gefühlen (Bilder, Gefühle von Wohlsein oder Unwohlsein, Mögen oder Nichtmögen der Haltung).  In darauffolgenden Übungen werden Unterschiede, Übereinstimmungen und weitere Veränderungen zur vorhergehenden Übung erspürt (Üben in Reihen).

 

Medizinisch-gesundheitliche Aspekte:

 

-          auf der körperlichen Ebene:

In zahlreichen Studien ist die Wirksamkeit von regel-mäßigen Üben von  Hatha-Yoga  beschrieben.  So sind Erscheinungen wie Über- oder Unterregulierungen von Hormonen (Schilddrüse, Blutdruck, Stress, Verdauung etc.)  und die Aktivität des Nervensystems allgemein positiv beeinflußbar.

 

Im orthopädischen Bereich, insbesondere bei Fehl-belastungen des Halteapparates, Verspannungen, bei vorgeschädigten Gelenken, Rückenbeschwerden etc. sind Erfolge dieser Methode beschrieben und bei längerem Dabeibleiben wahrscheinlich.

 

Das Erleben von Schmerzen wird durch das Üben verändert; so arbeitet Hatha-Yoga beständig an einer tolerablen, selbst akzeptierten Schmerzgrenze, so daß das Auftreten von  leichten Schmerzen in bestimmten Körper-regionen im Rahmen einer Übung  den Wert eines positiven Signals zurückerlangt.

 

-          auf der seelischen Ebene:

Ausgehend von dem eigenen Erleben in den Haltungen werden dem Übenden innere Themen und unbewußte Verhaltensmuster deutlich und einer  positiven Veränderung zugänglich.  Die eigenen Stärken können immer besser wahrgenommen werden.  Es kommt zunehmend zu verbesserter Stressbewältigung.

 

Das Erlernen von Hatha-Yoga im Kurs:

 

Das Erlernen von Yoga-Haltungen innerhalb eines Kurses kann wie folgt dargestellt werden:

Erlernen von einzelnen Asanas: Anfangshaltung, Aufbau der Asana, Halten der Asana, Auflösen der Asana, Nachspüren;  dabei Lenkung der Aufmerksamkeit auf Atmung, andere Körperreaktionen, Lust/Unlustgefühle, Phantasien, Innere Bilder.

Arbeit zu zweit oder in 3er-Gruppen: Ausführung mit Hilfestellung durch andere Kursteilnehmer, Spiegelung von Eindrücken, Verbalisieren des Geschehens.

Austausch über die Arbeiten in Kleingruppen oder in der Runde des Gesamtkurses: Es wird ein Austausch über eigene Erfahrungen gefördert und ein positives Gruppengefühl  gestärkt.

 

Der Nutzen für die Übenden:

 

Ziele eines Kurses können sein:  die Verbesserung der Körperbeherrschung, der Konzentration und der Fähigkeit zur Ent-spannung; die Sensibilisierung der eigenen Körperwahrnehmung; der Abbau von Ver-spannungen; Abbau von Stress; Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit; die Neudefini-tion von eigener Gesundheit/Krankheit; das Erlernen  positiver Krankheitsbewältigung; die Fähigkeit, psychosomatische Zusammen-hänge eigenen Erlebens besser zu erkennen und „Haltungen“, „innere“ wie „äußere“,  neu zu erlernen, die auch im täglichen Leben Bestand  haben.

 

Die theoretischen Grundlagen für diese Art von Lernen sind aus dem traditionellen Yoga, der Lerntheorie, der Gruppentheorie, der tiefenpsychologischen Körpertherapie, der allgemeinen Krankheits-/Gesundheits-forschung sowie der Feldenkrais-Methode entnommen.